Behandlung

Ich biete Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie) für Erwachsene gesetzlich versichterte, privatversicherte oder selbstzahlende Patientinnen und Patienten an. Diese findet in Form von Einzeltherapie und / oder Gruppentherapie statt. Die Verhaltenstherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, bei dem kurz gesagt über die Veränderung von Denk- und Verhaltensweisen Symptomatik positiv beeinflusst werden kann. 

Typische Erkrankungsbilder sind Depression, Angststörungen, Anpassungsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen und Belastungsreaktionen, Psychosomatische und stressbedingte Störungen, Trauer, Persönlichkeitsstörungen und Zwangsstörungen. 

Sprechstunde

In einer Sprechstunde (Erstgespräch) wird zunächst eine diagnostische Einschätzung gegeben und die Notwendigkeit, Voraussetzungen und Möglichkeiten einer Behandlung geklärt. Anschließend erhalten Sie eine Empfehlung und wir besprechen, ob eine Behandlung in meiner Praxis in Frage kommt. 
 

Probatorik

Am Anfang einer Behandlung findet die sogenannte Probatorik meistens innerhalb von etwa 4 Einzelsitzungen (inklusive Sprechstunde) statt. In diesen Sitzungen erhalten sie weitere Informationen über die Behandlung und die Rahmenbedingungen. Außerdem wird die Diagnostik fortgeführt. Es wird eine ärztliche konsiliarische Abklärung eingeleitet, mit welcher eine körperliche Erkrankung als alleinige Ursache für die Beschwerden und Kontraindikationen (Bedingungen die gegen eine Psychotherapie sprechen) ausgeschlossen werden sollen. Dann wird gemeinsam ein Erklärungsmodell für die Symptomatik erarbeitet, sodass ein besseres Verständnis über die Entstehung und Aufrechterhaltung entsteht. Darauf aufbauend werden Therapieziele gesteckt und die Behandlung beim Kostenträger beantragt.  

Einzeltherapie

Eine Einzeltherapie findet normalerweise in wöchentlichen Abständen, innerhalb von 50 minütigen Gesprächen statt. Anknüpfend an die Therapieziele geht es zunächst darum das Verständnis für sich selbst weiter zu verbessern. Mit Hilfe von Strategien aus der Verhaltenstherapie wird dann über die Veränderung von Denkweisen und Verhaltensweisen die Symptomatik und die Problematik positiv beeinflusst. Typische beispielhafte Bereiche sind Verbesserung des Selbstwertes, Aufbau von positiven Aktivitäten, Umgang mit Gefühlen/Emotionen, Veränderung von Perspektiven, Verbesserung sozialer Kompetenzen und viele mehr. Eine Einzeltherapie findet häufig innerhalb von 24 Sitzungen (zusätzlich zur Probatorik) statt. 


Gruppentherapie

Eine Gruppentherapie ist bei der Behandlung psychischer Erkrankungen häufig ähnlich wirksam wie eine Einzeltherapie. In der Gruppe werden sich in wöchentlichen Abständen 3 bis etwa 7 Patienten für eine Dauer von 100 Minuten zusammenfinden. Über Gruppenregeln wie Schweigepflicht, Respekt, Wertschätzung und Ich-Botschaften (aus eigener Perspektive sprechen) wird ein sicherer und gesundheitsförderlicher Rahmen erschaffen. Dabei lenkt und leitet der Psychotherapeut das Gespräch. In der Gruppe entsteht eine soziale Dynamik, die dazu beiträgt, ein gegenseitiges Verständnis und Empathie zu erreichen, sodass Patienten aus ihrer Isolation herauskommen und sich selbst besser verstehen. Darauf aufbauend werden mit Hilfe der Gruppe gemeinsam Lösungsstrategien entwickelt und psychotherapeutische Methoden erlernt und angewandt. 

Dabei spielen folgende Wirkfaktoren in der Besserung der Symptomatik eine Rolle (Yalom, 2019): 

1. Hoffnung: Hoffnung in Gruppen entsteht durch die Glaubwürdigkeit des Psychotherapeut*in und durch die Fortschritte, die die Patientin oder der Patient bei anderen Gruppenmitgliedern wahrnimmt. Dieser Faktor ist oft eine Vorbedingung dafür, dass andere Faktoren überhaupt wirksam werden können. 

2. Universalität des Leidens: Viele Patient*innen glauben, nur sie allein hätten belastende oder ängstigende Lebenssituationen, Gedanken, Impulse und Fantasien. Die Relativierung dieser Überzeugung durch den Austausch in der Gruppe bringt Erleichterung und Entlastung mit sich und fördert die Selbstakzeptanz. 

3. Mitteilung von Informationen: Hierunter versteht Yalom einerseits psychoedukative Unterweisungen über psychische Gesundheit und Krankheit durch die Psychotherapeutin oder den Psychotherapeuten, andererseits auch Ratschläge, die sich Patient*innen gegenseitig geben. 

4. Altruismus: Anfangs glauben viele Patient*innen, den anderen Gruppenmitgliedern nichts Wertvolles bieten zu können. Doch bald werden engagierte Anmerkungen von Gruppenmitgliedern gern aufgenommen und als besonders glaubwürdig hochgeschätzt. Die Erfahrung, für andere wichtig sein zu können, hebt das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung der Gruppenmitglieder. 

5. Entwicklung von Techniken des mitmenschlichen Umgangs: Soziales Lernen in Gruppen kann explizit oder indirekt stattfinden. Gruppentherapiepatient*innen, die länger an Gruppen teilnehmen, lernen nachweislich eine Reihe positiver sozialer Fertigkeiten im Umgang mit ihren Mitmenschen (z.B. Konfliktlösung, Toleranz und Einfühlung in andere). 

6. Nachahmendes Verhalten: Gruppenpsychotherapeut*innen und auch Gruppenmitglieder mit ähnlichen Problemen und guten Therapieerfolgen dienen als Modelle, zum Beispiel für Selbstenthüllung und für Unterstützung. Neue Mitglieder orientieren sich in ihrem Verhalten an „älteren“ Gruppenmitgliedern, mit denen sie sich identifizieren können, oder an dem Psychotherapeuten. 

7. Interpersonales Lernen: Yalom sieht diesen Faktor als besonders wichtig und komplex an; in seinen Fragebögen ist er in „Input“ (wie andere einen sehen) und „Output“ (wie man mit anderen umgeht) aufgeteilt. Da es den Patient*innen oft an engen zwischenmenschlichen Beziehungen fehlt, ist die Gruppe als sozialer Mikrokosmos ein wichtiger Ort für korrigierende emotionale Erfahrungen und ehrliche Rückmeldungen zu ihrem Sozialverhalten und damit für die Entwicklung alternativer Interaktionsmöglichkeiten. Das beinhaltet auch das Durcharbeiten von Beziehungen zu anderen Gruppenmitgliedern. 

8. Gruppenkohäsion: Der Gruppenzusammenhalt oder das Wir-Gefühl einer Gruppe ist ähnlich wichtig wie die therapeutische Beziehung in der Einzeltherapie. Psychotherapeut*innen investieren viel Energie in den Aufbau von Gruppenkohäsion, weil die Kohäsion eine entscheidende Vorbedingung dafür ist, dass andere therapeutische Faktoren wirksam werden können. 

9. Katharsis: Hier geht es um den offenen Ausdruck von intensiven Gefühlen. Katharsis scheint notwendig und wirksam für ein gutes Therapieergebnis zu sein, vor allem wenn der interpersonale Kontext berücksichtigt wird und stützende Gruppenbindungen entstanden sind. 

10. Existenzielle Faktoren: Gruppen kommen immer wieder auf Themen wie Leben und Tod, Krankheit und Gesundheit, Einsamkeit und Gemeinsamkeit, Verantwortung und Ausgeliefertsein zu sprechen. Erfahrene Gruppenmitglieder betrachten existenzielle Einsichten als bedeutsam für ihre Fortschritte. Die existenziellen Faktoren spielen bei Patient*innen mit lebensbedrohlichen Krankheiten oder bei Hinterbliebenengruppen eine besonders große Rolle. 

11. Korrigierende Rekapitulation der primären Familiengruppe: Die meisten Patient*innen haben in ihrer Familie, der ersten und wichtigsten Gruppe ihres Lebens, unbefriedigende Erfahrungen gemacht. Für sie ist deshalb die Bewältigung von Problemen in der Gruppe auch ein Durcharbeiten unbewältigter Beziehungserfahrungen aus Familie und Vergangenheit. Wichtig dabei ist, dass frühe Familienkonflikte nicht einfach nur wiederholt, sondern korrigierend durchlebt werden.

Ich lade Sie herzlich ein, ein Teil unserer Gruppe zu werden. Gemeinsam werden wir Ängste und belastende Situationen überwinden, damit Sie das Licht des Leuchtturms wieder sehen und Erleichterung finden. Ich begleite Sie auf Ihrem Weg zu einer besseren Zukunft.